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NATIONALKONVENT
THAILAND-TREFFEN
TODESSTRAFE
FÜR KONTAKTE MIT ILO
MENSCHENRECHTE
UNHCR
IN THAILAND UND BURMA
DEPORTIERTE
ARBEITER UNTER DRUCK
WELTERNÄHRUNGSPROGRAMM
FREIER
HANDEL MIT INDUSTRIEGÜTERN
INTERNATIONALE
FINANZTRANSAKTIONEN: SWIFT
TIGERRESERVAT
Früher als erwartet hat die Militärregierung
angekündigt, mit der Einberufung der Nationalversammlung zur
Ausarbeitung einer Verfassung am 17. Mai den ersten Schritt ihres
Siebenstufenplans einzuleiten. Der Konvent wurde ursprünglich
1993 einberufen, 1996 aber abgebrochen, nachdem die Nationale Liga
Für Demokratie (NLD) den Konvent 1995 aus Protest gegen die
Verfahrensweise und die Auflagen des Militärs für die
Verfassung verlassen hatte. Die Junta ist um die Glaubwürdigkeit
der Nationalversammlung bemüht und versucht, eine Reihe
ethnischer Minderheitengruppen von der Teilnahme zu überzeugen.
Nun wird eine Einladung für der NLD erwartet, die jedoch noch
keine Teilnahme bestätigt hat. Experten gehen davon aus, dass
Aung San Suu Kyi kurz vorher aus dem Hausarrest entlassen wird.
AFP
30.03.04
Thailand wird ein weiteres internationales Treffen zu den
Aussichten für demokratische Reformen in Burma ausrichten. Der
thailändische Außenminister Surakiart Sathirathai kündigte
an, auch sein burmesischer Amtskollege Win Aung habe der Teilnahme an
einem zweiten internationalen Treffen in Bangkok am 29. und 30. April
zugestimmt. Zwölf Nationen (darunter China, Indien,
südostasiatische Nationen, Frankreich, Deutschland und
Österreich) hatten am ersten so genannten „Bangkok-Prozess“
im Dezember 2003 teilgenommen und werden dieses Mal noch von
Bangladesch, Laos, Malaysia, Norwegen und der Schweiz unterstützt.
Auch der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen, Razali Ismail,
wird an dem Treffen teilnehmen.
AFP 30.03.04, Bangkok Post
31.03.04
In Burma sind drei Todesurteile wegen Hochverrats aufgrund von
Kontakten zur Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ausgesprochen
worden. Die drei Verurteilten gehörten zu den neun im November
2003 wegen Hochverrats Verurteilten. In Gesprächen mit der ILO
im März berichteten sie von tagelangen Verhören, Essens-,
Wasser- und Schlafentzug. Die ILO forderte die sofortige Freilassung
der drei Verurteilten.
Seit Jahren arbeitet die ILO an der
Abschaffung von Zwangsarbeit in Burma. Arbeitsminister Tin Win
äußerte gegenüber der ILO, dass der Kontakt zur
UN-Organisation nicht illegal sei und selbst wenn die drei
Verurteilten falsche Informationen weitergeleitet hätten, sie
höchstens eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bekommen
dürften. Trotz eines offiziellen Verbots seit 1999 kommt es
immer wieder zu Berichten über Zwangsarbeit. Der internationale
Gewerkschaftsbund ICFTU protestierte stark gegen die bekannt
gewordenen Verurteilungen und deutete auf die Scheinheiligkeit des
Regimes hin, welches sich für eine Zusammenarbeit mit der ILO
ausgesprochen hat. Das Regime zeigt sich bereit die Urteile noch
einmal zu prüfen, dem Gericht sei ein Fehler
unterlaufen.
Associated Press 29.03.04, ICFTU Online 18.03.04,
AFP 30.03.04
Paulo Sergio Pinheiro, UN-Menschenrechtsbeauftragter für
Burma kritisierte in seiner Präsentation vor der
UN-Menschenrechtskommission in Genf das Fehlen von Grundrechten und
die anhaltende Inhaftierung von politischen Gefangenen. Der
„Sieben-Stufen-Plan“ der Junta könne scheitern, wenn
es nicht zu einer Freilassung aller politischen Gefangenen käme.
Vor
der Menschenrechtskommission teilte auch amnesty international seine
Besorgnis mit und legte einen Bericht zur Menschrechtslage vor.
Amnesty fordert auch die Freilassung Aung San Suu Kyis und die
Wahrung der Menschenrechte während der Nationalversammlung.
Die
Karen Women’s Organisation hat einen neuen Bericht über
die Gewalt an Frauen im Karen-Staat durch das burmesische Militär
veröffentlicht. Er ist Online:
http://www.womenofburma.org/Report/Shattering_Silences.doc
The
InterPress News Service 28.03.04, AFP 26.03.04, amnesty international
31.3.04 www.amnesty.org
Die Flüchtlingskommission der Vereinten Nationen (UNHCR) hat
die Erlaubnis zum Besuch der östlichen Grenzgebiete erhalten, um
eine spätere Rückkehr von Flüchtlingen aus Thailand
vorzubereiten. Noch sei es jedoch zu früh für eine Rückkehr
für die mindestens 130 000 Flüchtlinge in ihre Heimatorte
im Karen-Staat. In den nächsten Wochen solle die Lage in der
Region erkundet werden. Das Gebiet ist stark vermint und UNHCR geht
davon aus, dass die Infrastruktur, das Bildungs- und Gesundheitswesen
große Mängel aufweisen. Die Möglichkeit der
Rückführung von Flüchtlingen hängt von weiteren
Entwicklungen zwischen der Karen National Union und der Regierung ab.
Die beiden Seiten befinden sich seit Dezember in
Waffenstillstandsverhandlungen.
Die thailändische Regierung
erlaubt es der Flüchtlinskommission nicht mehr, burmesischen
Asylbewerbern einen Status zu gewähren. Diese Aufgabe sei nun
Sache thailändischer Behörden, UNHCR könne nur noch
als Beobachter agieren. Die Flüchtlingskommission hatte zuvor
etwa 1600 Burmesen den Status „person of concern“
zugesprochen, der ihnen finanzielle Unterstützung bietet und die
Möglichkeit, nach vorheriger Genehmigung innerhalb von Thailand
zu reisen. Momentan bewerben sich etwa 4000 Burmesen um diesen
Status. Sunai Phasuk von Forum Asia kritisierte das härtere
Vorgehen Thailands gegen die Flüchtlinge seit der Annäherung
der Regierung an die Junta.
Associated Press 11.03.04; The
Nation 23.03.04
Illegale Arbeiter, die kürzlich aus Thailand deportiert
wurden, werden von burmesischen Behörden in der Grenzstadt
Myawaddy registriert und gezwungen, in ihre Heimatorte
zurückzukehren. Einige Arbeiter verstecken sich im Dschungel, um
der Festnahme von thailändischer und burmesischer Seite zu
entgehen. Sie möchten nicht in ihre Heimatorte zurückkehren,
da die Lebenshaltungskosten sehr hoch sind und sie Unterdrückung
durch den State Peace and Development Council (SPDC) fürchten.
Jüngsten Berichten zur Folge werden die deportierten Arbeiter
nach der Registrierung in Hausarrest genommen, Frauen in
entsprechende Frauenorganisationen zur Umerziehung und die Männer
als Träger oder Minensucher in umkämpfte Gebiete
geschickt.
Democratic Voice of Burma 18.03.04
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP)
begann mit ersten Nahrungsmittellieferungen an HIV/AIDS-Patienten in
Burma. Das Land hat eine der höchsten Infektionsraten in Asien,
teilte WFP mit. Die UN schätzt, dass bis zu einer halben Million
Menschen in Burma HIV infiziert sind und etwa zwei Prozent aller
schwangeren Frauen. Unabhängige Experten in Rangun gehen davon
aus, dass die Zahlen doppelt so hoch sein könnten. Dieses
einjährige Pilotprojekt solle armen Familien eine bessere
Überlebenschance bieten und Effekte verhindern die zu weiteren
Infektionen führen wie Prostitution und Migration, sagt
WFP-Landesdirektor Bhim Udas. Das Programm richtet sich an etwa 400
Familien in Zentralburma. Diese Region werde besonders stark vom
Virus heimgesucht, da sie Verkehrsnotenpunkt für Lastwagenfahrer
ist, die nach Schätzungen der UN ein Hauptfaktor bei der
Verbreitung von HIV sind.
AFP 19.03.04
Die burmesische Regierung erlaubt den freien Handel von drei
wichtigen gewerblichen Pflanzen: Zuckerrohr, Baumwolle und Gummi. Sie
werde nicht länger die Ernten aufkaufen und Festpreise
abschaffen. Während Gummi auch für den ausländischen
Markt zugelassen wurde, dürfen Zuckerrohr und Baumwolle nur auf
dem einheimischen Markt gehandelt werden. Dieser Schritt kommt ein
Jahr nach Inkrafttreten einer ähnlichen Regelung für Reis,
die auch das Ziel hatte die Bauern zu motivieren und die Produktion
zu steigern. Offizielle Statistiken zeigen, dass die Regierung in den
letzten Jahren etwa 700 000 Tonnen Zuckerrohr und 13 000 Tonnen
Baumwolle jährlich von den Bauern gekauft hat.
Xinhua,
29.03.04
Ein internationales Konsortium von Finanzunternehmen hat vier
burmesischen Banken die Mitgliedschaft angeboten. Beobachter gehen
von einer dramatischen Erhöhung der Möglichkeiten für
internationalen Handel für Burma aus. SWIFT ermöglicht
seinen Mitgliedern einen schnellen und effektiven Geldtransfer
untereinander und bedient mehr als 7500 Finanzinstitute in 200
Ländern. Burma wird einfacher die ungeliebten Kyat in Euro oder
andere Devisen tauschen können. Aktivisten behaupten, das
Vorgehen von SWIFT könne gegen das US-amerikanischen Recht
verstoßen und die Macht der Junta stärken. Ein SWIFT
Sprecher versicherte, dass keine burmesischen oder europäischen
Gesetze durch das Vorgehen gebrochen würden und das SWIFT keine
politische Einrichtung sei und also nur mit den Instituten in einem
Land, nicht aber mit den Ländern selbst Geschäfte tätige.
SWIFT sei sensibel für die Bedenken, welche von verschiedenen
Gruppen geäußert würden, könne aber zur Zeit
nichts in der Angelegenheit tun.
Scoop Media 11.03.04,
The New Standard 08.03.04
Im Kachin-Staat soll eine riesige Schutzzone für Tiger
eingerichtet werden. Das Hukawng-Tal-Reservat wird in seiner Fläche
verdreifacht auf über 20 000 qkm. Insgesamt hat Burma bereits 33
solcher Schutzzonen, doch diese ist die größte. Die
größten Herausforderungen sind nun die Ausbildung von
Wildhütern und die Eindämmung des lukrativen Handels mit
Körperteilen des Tigers. Zur Zeit sollen etwa 150 bis 200 Tiger
in dem Gebiet vorkommen, es biete aber Platz für die zehnfache
Anzahl. Das Reservat ist auch Heimat für viele andere bedrohte
Tierarten, darunter der Asiatische Elefant und Asiatische
Schwarzbären. Die Entwicklung von Ökotourismus dort sei
denkbar.
Irrawaddy 30.3.04, BBC 29.3.04
Burma.Initiative
Asienhaus
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