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Meldungen:
ETHNISCHE
GRUPPEN LEHNEN ROADMAP AB
IRLAND
KNÜPFT DIPLOMATISCHE BEZIEHUNGEN ZU BURMA
TIN
OO ENTLASSEN; HAUSARREST
ASIATISCHE
FREIHANDELSZONE
JAPAN
WILL WIRTSCHAFTSHILFE WIEDER AUFNEHMEN
ONLINE-VISUM
EINGEFÜHRT
MÖNCHE
INHAFTIERT
MEHR
MINORITÄTEN REKRUTIERT
KEINE
VOGELGRIPPE IN BURMA - OFFIZIELLE ANGABEN
Repräsentanten von 25 ethnischen Gruppen, Bündnissen und
politischen Parteien haben die von Premierminister Khin Nyunt
verabschiedete „Roadmap zur Demokratisierung“ abgelehnt.
Beim „Dritten Seminar der ethnischen Nationalitäten“
vom 28. Januar bis 2. Februar verstärkten die 61 Repräsentanten
ethnischer Gruppen, darunter zwei Waffenstillstandsgruppen, ihre
Forderung an den SPDC, Gespräche aufzunehmen. Auch die
oppositionelle National League for Democracy (NLD) solle in den
Prozess einbezogen werden. Die ethnischen Führer stimmten darin
überein, dass “die Sieben-Stufen-Roadmap der regierenden
Generäle nicht zu einer Demokratisierung und der Etablierung
einer föderalen Union führen würde, sondern die
Militärdiktatur lediglich aufrecht erhalte“. In der
Abschlusserklärung wurde u.a. die Bildung einer Interimregierung
auf der Grundlage eines Drei-Parteien-Dialogs gefordert. Diese
Interimregierung solle einen legitimierten Nationalkonvent
einberufen.
Die Karen National Union hat ein auf diese Woche
angesetztes Treffen mit dem SPDC verschoben.
BBC 4.2.04
Irrawaddy 5.2.04
Die Regierungen Burmas und Irlands haben diplomatische Beziehungen
ohne eine diplomatische Vertretung vor Ort aufgenommen. Irland hat
gegenwärtig die EU-Präsidentschaft inne. Irland, so heißt
es in einem Schreiben des irischen Außenministeriums, hoffe so
während seiner Präsidentschaft mehr zum Prozess der
Demokratisierung und nationalen Versöhnung beitragen zu können.
Das irische Außenministerium zeige sich dennoch besorgt über
den Mangel an Fortschritt im Land und unterstütze den Aufruf
Kofi Annans, den UNO-Sondergesandten Razali Ismail so schnell wie
möglich wieder nach Burma zurückkehren zu lassen.
Presseerklärung 13.2.04
Burmas Militärführung hat den stellvertretenden
Vorsitzenden der oppositionellen National League for Demoracy (NLD),
Tin Oo, aus dem Kale-Gefängnis in Nordburma entlassen. Er steht
nun unter Hausarrest in Rangun. Der 77jährige war zusammen mit
zahlreichen Parteikollegen seit den gewaltsamen Übergriffen
zwischen NLD-Anhängern und Regierungstreuen am 30. Mai 2003
inhaftiert gewesen. NLD-Führerin Aung San Suu Kyi verbleibt
unter Hausarrest.
Bei einem regionalen Treffen in Phuket zwischen
süd- und südostasiatischen Staaten hatte Burmas
Außenminister Win Aung angekündigt, dass die NLD noch vor
dem Nationalkonvent wieder „normal“ agieren könne,
NLD-Büros wieder eröffnet und der Hausarrest über Aung
San Suu Kyi bald aufgehoben werde. UNO Sonderbeauftragter Razali
Ismail traf sich zwar mit Win Aung in Phuket, doch eine Einladung
nach Rangun erhielt er nicht. Thailand hofft derweil, im Zuge eines
Fortschritts der „Roadmap“ ein neues multilaterales
Treffen arrangieren zu können.
Associated Press 14.2.04,
AFP 8., 9., 15.2.04
Sechs asiatische Staaten haben bei ihrem Treffen in Phuket,
Thailand, ein Rahmenabkommen für eine Freihandelszone
unterzeichnet. Dieses Abkommen ist Teil eines wirtschaftlichen
Kooperationsabkommens zur Förderung von Handel und Investitionen
in Süd- und Südostasien. Zu den Unterzeichnern gehören
neben den Bimstec-Staaten Burma, Indien, Sri Lanka und Thailand auch
Bhutan und Nepal. Bangladesh, Gründungsmitglied der
Bimstec-Staaten unterschrieb das Abkommen nicht. Die
Freihandelsverhandlungen sollen im Juli beginnen, bis Dezember
nächsten Jahres abgeschlossen sein und im Juli 2006 umgesetzt
werden.
Das Abkommen betrifft sechs Sektoren: Handel und
Investitionen, Technologie, Transport, Energie, Tourismus und
Fischerei und beinhaltet den Handel in Gütern und
Dienstleistungen, die Liberalisierung von Investitionen und die
Entwicklung des Wettbewerbs. Der Pakt würde die Region Südasien
mit mehr als 1,3 Milliarde Einwohnern mit Südostasien mit etwa
500 Millionen Menschen verbinden.
Nation 9.2.04, Asia Pulse
9.2.04
Japan plant, die Wirtschaftshilfe für Burma wieder
aufzunehmen. Japans Außenminister begrüßte den
jüngsten Prozess auf dem Weg zu nationalen Versöhnung und
die SPDC-Roadmap. Nachdem Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi
im vergangenen Mai unter Hausarrest gestellt wurde, hatte Japan neue
Hilfsprojekte eingefroren. Derzeit fließt aus Japan lediglich
Nothilfe nach Burma. Das japanische Außenministerium plant nun
Hilfe für Personalentwicklung, um die demokratischen und
wirtschaftlichen strukturellen Reformen zu unterstützen. Japan
wolle außerdem mehr Unterstützung in die Entwicklung der
ASEAN stecken.
Jiji Press 10.2.04
Seit Ende Januar ist es möglich, per Email ein Visum für
Burma zu beantragen und zu erhalten. Seit der Einführung des
Visa-Verfahrens am 21. Januar gehen Anträge bei der Behörde
für Immigration und Nationale Registrierung ein. Bewilligte
Anträge werden per E-Mail beantwortet, der Ausdruck dieser
Bewilligung genügt zur Einreise. Das Visum könne mit
Kreditkarte bezahlt werden und sei innerhalb von 24 Stunden
bearbeitet. Burma ist das erste Land in Südostasien, das nun
E-Visa anbietet.
Das E-Visum ist nur ein Teil eines ganzen
Projektes elektronischer Regierung. Weitere Dienste sind:
E-Beschaffungssysteme zum An- und Verkauf, der elektronische
Austausch von Handelsdaten, E-Pass, E-Zertifizierungen, Smart Card
und Smart School. Unterstützung erhält das Land vom
E-Programm der ASEAN zur Entwicklung der IT-Infrastruktur.
Unter
der Bevölkerung wird höchstens ein kleiner Teil Nutzen aus
diesen Neuerungen ziehen: Die Mehrheit besitzt gar keinen Computer,
Internet-Cafés sucht man fast vergeblich, der E-Mail-Zugang
wird von der Regierung kontrolliert und Webseiten werden zensiert.
Kritiker befürchten sogar, dass mit E-Pässen und Smart
Cards die Überwachung im Staat noch zunehmen werde.
Xinhua
3., 4.2.04; BBC Monitor 5.2.04; Technology in Government, Jan/Feb
2004, Vol.11 No. 1
Rund hundertfünfzig Mönche wurden festgenommen,
gewaltsam entkleidet und der „Rebellion gegen den Staat“
angeklagt, weil sie sich geweigert hatten, Nahrungsgaben von
Militärangehörigen anzunehmen. Auch Mönche aus dem
Gandaryon-Kloster wurden während des Tazaungdaing Kahtein
(Katina) Festivals Ende 2003 festgenommen, weil sie sich weigerten ,
Nahrung von Ministern und Militärautoritäten zu
konsumieren.
Sechs buddhistische Klöster in der Nähe von
Myawaddy im Karen-Staat wurden auf Anordnung der höchsten
religiösen Behörde, der Sangha Maha Nayaka unter Kontrolle
des SPDC, gewaltsam zerstört, da sie keine Genehmigung des
offiziellen Sangha-Rates erhalten hatten und als illegal gelten.
Einwohner meinten jedoch, dass die Klöster zerstört wurden,
weil sie in Konkurrenz zu den Klöstern vom SPDC stünden und
als Versteck für Flüchtlinge aus den Gefängnissen oder
vom Militär und Dissidenten gelten.
Democratic Voice of
Burma 29.1.04, Irrawaddy 28.1.04
Der Radiosender Democratic Voice of Burma berichtete, dass der
SPDC seine regionalen Militäreinheiten dazu anhalte, besonders
Jugendliche ethnischer Minderheiten zu organisieren und zu
rekrutieren. Die Rekrutierung von Jugendlichen ethnischer
Minderheiten würde nach dieser Anordnung eine sehr viel höhere
Prämie einbringen als zuvor (20 000 statt 5000 Kyat). In Lashio
würden nach Angaben eines Offiziers, der anonym blieb, nun
Vorbereitungen getroffen, mehr Jugendliche einzuziehen.
BBC
Monitor 6.2.2004
Laut offiziellen Angaben ist Burma bisher von einem Ausbruch der
Hühnergrippe verschont geblieben. Allerdings zeigen Tiere in
einigen Hühnerfarmen Symptome, die auf den Virus schließen
ließen. Dies wurde jedoch als „normale“ Krankheit
bezeichnet. Inoffiziell heißt es aber auch, dass bereits
Menschen an Symptomen der Hühnergrippe gestorben seien.
Die
burmesische Regierung hat alle Hühnerimporte aus den
Nachbarländern verboten. Die Angst vor der Vogelgrippe hat zu
einem Niedergang des Verkaufs von Geflügel geführt. Der
Preis für ein Huhn fiel von 1000 Kyat (ca. 1,13 US-Dollar) auf
450 Kyat.
An der thailändisch-burmesischen Grenze
wurden schon Fälle registriert. Aus Angst vor geschmuggelten
Hühnern hat Indien die Grenzsicherung verschärft und alle
Geflügelimporte aus Burma und Bangladesh gestoppt.
AP
3.2.04, AFP 3.2.04 Irrawaddy 3.2.04, BBC 7.2.04
Burma.Initiative
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