BURMA-NACHRICHTEN VOM 15.4.2003
Meldungen
SUU KYI AUF POLITISCHER REISE IM CHIN-STAAT
EU VERLÄNGERT SANKTIONEN
AMNESTY: EINGESCHRÄNKTE VERBESSERUNG DER MENSCHENRECHTSLAGE IN BURMA
ICRC WILL UNTERSUCHUNGSGEBIETE ERWEITERN
UNRUHEN IN RANGUN
WIRTSCHAFTSDATEN
JAPAN BETEILIGT SICH AN DROGENBEKÄMPFUNG
MYANMAR-BOYKOTT DURCH US-FIRMEN
WASSERFESTIVAL
SUU KYI AUF
POLITISCHER REISE IM CHIN-STAAT
Anfang April bereiste
die Oppositionsführerin Aung
San Suu Kyi auf einer 10-tägigen Tour den Chin-Staat, begleitet vom Vizepräsidenten der NLD, Tin Oo und einer Gruppe Jugendlicher. Dies war Suu
Kyis siebte politische Reise seit der Aufhebung
ihres Hausarrestes im Mai letzten Jahres. Laut U Lwin, dem Sprecher der
NLD, wurde Suu Kyi auf den Etappen
ihrer Reise von Tausenden Menschen begeistert empfangen. In ihren Ansprachen rief die Oppositionsführerin zur Einheit in der Demokratiebewegung und forderte besonders Frauen dazu auf, sich für dieses Ziel stark zu machen. Als
Teil ihrer Bemühungen, die Oppositionspartei
NLD wiederzubeleben, eröffnete
die Friedensnobelpreisträgerin während
ihrer Reise das Chin-Staat-NLD-Büro wieder sowie fünf
weitere Ortsbüros.
Wie auf ihren letzten Reisen versuchten auch diesmal Regierungsbeamte, durch Verteilung von anti-oppositionellen Flugblättern die Reise zu behindern
und durch Verbote die Menschen vom Besuch
der Veranstaltungen abzuhalten. Bei einem Zwischenfall soll es Auseinandersetzungen
zwischen Suu Kyis Begleitern und Fotografen gegeben haben, die unerlaubt und aufdringlich Fotos der Parteiführerin
gemacht hatten.
Agence
EU VERLÄNGERT SANKTIONEN
Die Europäische Union will aufgrund
des unzureichenden Fortschritts
der Menschenrechtssituation
und des mangelnden politischen
Willens des SPDC zu Reformen die Sanktionen gegen die Militärregierung in
1996 hatte die EU alle Kontakte zur Militärjunta
Burmas abgebrochen und später
ein Waffen-Embargo und wirtschaftliche Sanktionen verhängt.
Die EU-Minister begrüßten eine
Reihe von positiven Entwicklungen, einschließlich der Aufhebung des Hausarrests gegen Aung San Suu
Kyi und bestätigten Pläne für eine neue
Reise einer EU-Troika unter der Bedingung,
entsprechende Vertreter aus der Militärführung
zu treffen. Die letzte Mission der Troika im September letzten Jahres war gescheitert, nachdem die EU-Troika mit keinem der führenden
Generäle ins Gespräch gekommen war. Trotz des Visa-Banns war im Januar der stellvertretende
Außenminister Khin Maung Win zum
EU-ASEAN-Außenministertreffen eingeladen
worden.
Agence
AMNESTY: EINGESCHRÄNKTE VERBESSERUNG DER MENSCHENRECHTSLAGE IN
Beinahe zwei Monate nach dem
ersten Besuch von amnesty
international in
amnesty international 1.4.2003
ICRC WILL UNTERSUCHUNGSGEBIETE ERWEITERN
Das Internationale Komitee
des Roten Kreuzes (ICRC) versucht die Militärregierung davon zu überzeugen,
die Regionen im Land, die es besuchen
kann, auf Gebiete nahe der thailändischen
Grenze auszuweiten. Der Shan- und Karen-Staat sind durch den Konflikt zwischen Militär und ethnischen Rebellengruppen zerrissen, doch das ICRC möchte
noch tiefer in diese Problemgebiete hinein bis in den Norden des Karen-Staates.
Letzten November wurde das ICRC erstmals in die östlichen Gebiete gelassen, um den Menschen dort Schutz zuzusichern
und die Bedingungen in Gefängnissen
und Arbeitslagern zu untersuchen.
Laut ICRC haben die Besuche in etwa 80 Gefängnissen, Arbeitslagern und Straßenbauanlagen in
Agence
UNRUHEN IN RANGUN
Bei einer Bombenexplosion am 23. März in
Burmas Hauptstadt Rangun sind zwei Menschen
ums Leben gekommen. In der lokalen Presse
fand das Attentat keine Erwähnung. Das Motiv für die Bombe war unklar, doch da
sie am Tag der Streitkräfte explodierte, ist anzunehmen, dass es sich
um ein Gewalterklärung gegen die Junta handelt. Ein BBC-Korrespondent meinte, die meisten Rebellengruppen seien zu schwach und zu weit entfernt
von Rangun, um einen solchen Angriff auszuführen. Verdacht könne stattdessen auf Elemente innerhalb des Militärregimes fallen, welches über die internationalen Forderungen nach politischen Reformen geteilt ist.
Anfang April wurde eine friedliche Anti-Regierungsdemonstration in der Nähe der britischen
Botschaft in Rangun in kürzester Zeit von der Polizei unterbrochen.
Dabei wurde ein Demonstrant festgenommen, die anderen konnten entkommen. Ein Demonstrant flüchtete vor seiner
Festnahme in die britische Botschaft. Britische Diplomaten und SPDC-Repräsentanten
verhandeln noch immer über das
Schicksal des Demonstranten.
Bei der Demonstration wurden die Freilassung der politischen Gefangenen und Gespräche mit der Opposition gefordert. Burmesische Regierungsbeamte spekulieren nun über einen Zusammenhang
zwischen Bombenattentat und
Demonstration.
BBC News 27.3., 4.4.2003, AFP 27.3.2003, DPA 27.3.2003; Irrawaddy
9.4.2003
WIRTSCHAFTSDATEN
Laut Ministerium
für Hotels und Tourismus besuchten
im Jahr 2002 310.971 Touristen Burma. Das sind 11 Prozent mehr als im
Jahr zuvor. Um diesen Sektor noch
weiter auszubauen, unternimmt die Regierung Bemühungen, ausländische Investoren ins Land zu holen. Darüber hinaus will sie bald gestatten, Visa bei der Einreise in Burma an Individualreisende auszugeben.
Wie die Central Statistic Organization erklärt, gingen die ausländischen Investitionen im letzten Jahr
um 16,5 Prozent auf 49,2 Millionen
Dollar zurück, wobei der größte Investor Malaysia war.
Nach offiziellen statistischen Angaben sind seit Öffnung
des Landes 1988 bis 2002 insgesamt 7.4 Milliarden Dollar durch Investoren ins Land geflossen.
Burmas Importe sind laut Central Statistic Organization 2002 um 22.5 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar
zurück gegangen. Gleichzeitig nahm der Export um 21,6 Prozent zu und lag im vorigen
Jahr bei 2,9 Milliarden Dollar.
Dieses Jahr soll eine zweite nationale
Fluggesellschaft neben der Myanmar Airways International ihren
Betrieb aufnehmen. Die neue United Myanmar Air (UMA) soll
laut Myanmar Times mit zwei Boeing 737 Flugzeugen ausgestattet werden und einige Flüge der
MAI übernehmen.
Xinhua News Agency 1., 9. und
11.4.2003, 2003, AFP 30.3.2003
JAPAN BETEILIGT SICH AN DROGENBEKÄMPFUNG
Japan unterstützt mit 1.2 Millionen Dollar die Drogenbekämpfungsprogramme
der UN in der Wa-Region im Shan-Staat, um Opium kultivierende Bauern beim Übergang zum
Anbau alternativer landwirtschaftlicher Produkte wie Reis zu helfen.
Solche Projekte sollen sich in der Vergangenheit als erfolgreich erwiesen haben im Kampf gegen
Burmas Stellung als zweitgrößter Opiumproduzent der Welt nach Afghanistan. In
2002 sollen schätzungsweise
828 Tonnen Opium produziert
worden sein, 25 Prozent weniger als 2001.
UN Wire 1.4.2003 Xinhua News
Agency 8.4.2003
MYANMAR-BOYKOTT DURCH US-FIRMEN
Nun hat sich auch die Firma May
Department Stores dem Aufruf
angeschlossen, keine Produkte “Made in Myanmar“ mehr
zu verkaufen. Mit dem May Department Stores, Besitzer von 14 Ketten einschließlich Foley's, Lord & amp, Taylor und
Robinsons-May sind nun insgesamt
40 US-Firmen darunter
Wal-Mart und Tommy Hilfiger an dem Importbann beteiligt. Laut US Handelsabteilung fiel der Textilimport
aus Burma im Jahr 2001 von 411 Millionen
Dollar auf 303 Millionen Dollar.
AFX-GEM 31.3.2003
WASSERFESTIVAL
Tausende Menschen verabschieden diese Woche mit dem
Thingyan-Wasserfestival das
alte Jahr in Burma, bevor am Donnerstag das neue Jahr
1365 eingeleitet wird. Buddhisten kommen in den Pagoden zusammen, um Verdienste zu erwerben
und für ein gutes kommendes Jahr zu beten.
Währenddessen finden auf
den Straßen ausgelassene Feste statt, bei
denen Wasser in Strömen fließt. Trotz der Warnungen,
unredliches Verhalten nicht zu tolerieren,
drückt die Polizei während des Wasserfestivals alle Augen vor
diesen lauten, öffentlichen Zusammenkünften zu.
Agence France Presse 14.4.2003
____________________________
Burma.Initiative Asienhaus
Bullmannaue 11
45327
Tel. 0201-830 38 25
Fax 0201-830 38 30
Mail: [email protected]
www.asienhaus.de/burma