Identität und historisches Bewusstsein: Muslime in Arakan und die Entstehung der Rohingya

ဖော်ပြချက်/အကြောင်းအရာ: 

"Arakan ist die herkömmliche Bezeichnung einer Küstenre- gion im Westen Myanmars, die seit 1974 verwaltungsmäßig als Rakhine State bekannt ist. Die Region an der Grenze zu Bangladesch blickt zurück auf die Geschichte eines bis 1785 unabhängigen buddhistischen Königreichs, das sich im 16. und 17. Jahrhundert erfolgreich gegen die Bedrohung durch die Mogulverwalter Bengalens wie auch birmanische Inva- sionen zur Wehr setzte. Wie in anderen buddhistischen König tümern des kontinentalen Südostasien, bildeten auch in Arakan Muslime verschiedener Provenienz einen Bestand- teil des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. »Rohingya« ist der Name einer politischen Bewegung der Muslime im Norden Arakans, die sich nach der Unabhängig - keit Pakistans (1947) und Birmas (1948) entwickelte. Sie ver- langte die Anerkennung der Muslime als ethnischer Gruppe der Rohingya und die Schaffung eines autonomen muslimi - schen Gebiets. Während letzteres Ziel mit der Schaffung der »Mayu Frontier Zone« (1961 ? 1964) kurzzeitig erreicht wur- de, kam es langfristig weder zu einer legalen Verankerung noch zu einer sozialen Akzeptanz einer separaten ethnischen Identität der Rohingya im Land. Spannungen und Gewalt prägten das Verhältnis der buddhistischen und muslimi- schen Volksgruppen seit der Zeit der japanischen Besatzung. Davon zeugen insbesondere zwei massive Fluchtbewegun- gen von jeweils einer viertel Million Muslimen nach Bang- la desch in den Siebzigern und frühen Neunzigern des 20. Jahrhunderts. Über die Jahre wurden die unheilvollen Ge- gensätze und ungelösten Konflikte im Dreiecksverhältnis zwischen der birmanischen Militärregierung, den Buddhis- ten und den Muslimen Arakans in den westlichen Medien aber trotzdem kaum besprochen. Erst die Gewaltausbrüche zwischen Muslimen und Buddhisten im Juni und Oktober 2012 provozierten eine Flut von gleichlautenden Berichten über Menschenrechtsverletzungen und Elend im Rakhine State. Über 200 Menschen starben. Mehr als 130.000, über- wiegend muslimische Bewohner, verließen fluchtartig ihre Wohngebiete und leben seitdem, von internationalen Hilfs- werken betreut, in notdürftigen Behausungen."

Creator/author: 

Jacques P. Leider

ရင်းမြစ်: 

Network Myanmar

Date of Publication: 

2014-10-00

Date of entry: 

2015-09-23

Grouping: 

  • Individual Documents

အကြောင်းအရာ/အမျိုးအစား: 

Language: 

Deutsch, German

မှတ်တမ်း: 

ပုံစံ: 

pdf

အရွယ်အစား: 

256.39 KB